Knacken im Kiefergelenk und Knirschgeräusche im Mund

Hinweise, dass das Kiefergelenk nicht einwandfrei funktioniert, zeigen sich oftmals schon morgens nach dem Aufwachen beim herzhaften Gähnen. Dabei kann der eine oder andere Patient Knack- und Knirschgeräusche am Kiefer hören, die jedoch oftmals nur als leicht unangenehm und ohne Schmerzen ignoriert werden. Diese morgendlichen Hinweise sollten jedoch Ernst genommen und von einem Zahnarzt überprüft werden.

Es kann sein, dass eine Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, vorliegt, die am besten in einem Frühstadium therapiert werden kann. CMD ist der zahnmedizinische Fachbegriff für Kieferprobleme, die mit einer Funktionsstörung des menschlichen Kauapparats einhergehen und verschiedene Ursachen haben können. Wenn ein Kiefergelenksproblem, durch z.B. eine Kieferfehlstellung ignoriert wird, kann es zu Fehlbelastungen kommen, die wiederum den gesamten Körper in eine Schieflage bringen können. Dadurch entstehen Verspannungen der Muskeln und Sehnen, da diese nicht mehr im richtigen Ausgleich aufeinander reagieren können.

Im schlimmsten Fall können sich mit der Zeit ganze Muskelgruppen und Sehnen sogar verkürzen. Durch diese Auswirkungen auf Muskeln und Sehnen werden auf Dauer auch Schmerzen verursacht. Meistens sind dann die Symptome Schulter-, Kopf, Rücken- oder auch Hüftschmerzen, und weniger am Kiefergelenk zu merken. Es können auch Ohrenschmerzen, Schwindel, Tinnitus (Ohrgeräusche) oder Schluckbeschwerden entstehen. Dadurch werden häufig in den ersten Schritten Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen aufgesucht, jedoch meistens kein Zahnarzt oder Kieferorthopäde.

Meistens ist es so, dass ein Patient in der Regel mit seinen Knieschmerzen zu einem Orthopäden geht, dieser wird dann in erster Linie die Beschwerden primär im Knie selbst suchen und vielleicht nicht an eine durch Kieferfehlstellung verursachte Symptomatik denken. Wird hingegen durch einen Zahnarzt die Ursache des Problems im Kiefergelenk festgestellt, wird eine fachärztliche Zusammenarbeit für die richtige Behandlung von großer Bedeutung. Hinzu kommt, dass nicht nur ein verkürzter Halsmuskel oder Hüftschmerzen die Folgen des nächtlichen Zähneknirschen und Kieferknackens sein können, sondern auch eine übermäßige Abnutzung der Zähne und Schäden am Zahnhalteapparat. Durch das Abreiben der Zahnoberflächen und den Rückgang des Zahnschmelzes an diesen Stellen, können nicht nur weitere Schmerzen entstehen, auch eine kosten- und zeitintensive Zahnbehandlung kann zum Wiederaufbau der betroffenen Zähne notwendig werden.

Erste Anzeichen können schmerzempfindliche Zähne auf Kälte sein. Als eine der Ursachen für Pressen und Knirschen mit den Zähnen gilt in den meisten Fällen eine psychische Belastung, meist Stress. Nicht nur Erwachsene sind heute davon betroffen, sondern auch schon Kinder. Schul- und Freizeitstress können hier die Auslöser sein, und wie bei den großen Patienten „beißen sie die Zähne übermäßig lang fest aufeinander“.

Neben individuellen Entspannungstechniken, sollten auch intensive Untersuchungen sowie ein umfassender Therapieplan erstellt werden. Alles ist im besten Fall abgestimmt zwischen Zahnarzt oder Kieferorthopäden und, je nach individueller Symptomatik, zusätzlich mit entsprechenden Fachärzten und Physiotherapeuten sowie Osteopathen. Eine Beißschiene, die nachts getragen wird, ist die erste große Hilfe, damit das Kiefergelenk und die Zähne, samt ihrer umgebenden Strukturen nicht weiter überlastet werden.

Vereinbaren Sie gern einen Termin zur Untersuchung in unserer Praxis unter 040 – 51 48 48 0.