Zahnen der Babys…

… EINE NATÜRLICHE ENTWICKLUNG – DIE NICHT MIT EINER KRANKHEIT VERWECHSELT WERDEN SOLLTE

Schmerzen im Mund, nervöser Schlaf, Durchfall oder Appetitlosigkeit – Symptome wie diese können durch das Zahnen entstehen und eine schmerzhafte Probe für Kind und Eltern sein. Jedoch: Zahnen ist keine Krankheit, sondern das Kind entwickelt sich. Eltern müssen nicht hilflos darauf reagieren.

Es ist nicht ausschließlich das Zahnen die Ursache für das Entstehen von Infekten. Durchschnittlich wächst der erste Zahn nach dem sechsten Monat eines Kindes. Oft ist es so, dass Kinder genau zu diesem Zeitpunkt abgestillt werden, was bedeutet, dass der erste Nestschutz durch die übertragenen Antikörper der Mutter, verloren gehen. Daraufhin ist das Kind zunächst anfälliger für Infekte – diese müssen also nicht sofort mit dem Zahnen in Verbindung gebracht werden.

Eine Studie widerlegt diesen Zusammenhang

Eine Langzeitstudie der Cleveland Clinic im US-Bundesstaat Florida widerlegt diese These ebenfalls. Bei 125 Kindern wurden die Symptome des Zahnens täglich dokumentiert. Mehr als insgesamt 19.000 Beobachtungstage und 475 Zahndurchbrüche ergaben, dass bei schwerwiegenderen Problemen wie Schlafstörungen, Durchfall, Nahrungsverweigerung, Erbrechen, Husten, Ausschlag oder Fieber von mehr als 38,9 Grad kein ursächlicher Zusammenhang mit dem Zahnen besteht.

Natürliche Symptome für das Zahnen

Bereits vor der Geburt stecken 20 kleine Milchzähnchen in den Startlöchern, um langsam in die Höhe zu sprießen. Ein paar Babys werden schon nach wenigen Wochen von den kleinen Beisserchen im Mundraum begrüßt, in der Regel wächst jedoch der erste Zahn im zweiten Lebenshalbjahr. Durchschnittlich sagt man, dass ab dann monatlich ca. 1 Zahn dazu kommt. Meistens geschieht dies problemlos, so dass Baby und Eltern davon kaum etwas spüren. Oft speicheln die Kinder in dieser Phase deutlich stärker.

In manchen Fällen kann sich das Zahnen über einen sehr langen Zeitraum hinziehen. Dazu gehört auch, dass der Zahndamm gerötet und geschwollen ist, was bedeutet, dass der Zahn am Zahnfleisch drückt und spannt. Natürlich ist diese Art des Zahnens dann mit Schmerzen und unangenehmen Gefühlen verbunden. Zehn Symptome wurden in der Cleveland-Studie unverwechselbar mit dem Zahnen in Verbindung gebracht: Beißen, Zahnfleischreiben, Ohrreiben, starkes Speicheln, erhöhte Erregbarkeit, häufiges Aufwachen, vermehrtes Saugen, Hautausschläge im Gesicht, verminderter Appetit auf Nahrung und leichtes Fieber. Diese Symptome sollten jedoch von den Eltern genau beobachtet werden, denn nicht immer ist das Zahnen die Ursache. In manchen Fällen kann es sich auch um eine Mittelohrentzündung oder einen Blaseninfekt handeln. Kinder, die länger als einen Tag von Fieber und Unruhe geplagt sind, sollten dem Kinderarzt vorgestellt werden.

Was kann man tun gegen Drücken und Jucken am Zahndamm?

Generell muss man sagen, dass es hierzu unterschiedlichste Möglichkeiten gibt und jedes Kind anders reagiert – daher ist das Ausprobieren der Eltern wichtig. Erfahrungsgemäß wird ein extra dafür produzierter Beißring oder ein Waschlappen, jeweils in gekühlter Form, als positiv empfunden. Auch Zahngels mit Kamille können helfen. Schüssler-Salze haben ebenfalls häufig eine positive Wirkung auf das Zahnen, durch Minderung der Beschwerden, gezeigt.

Grundsätzlich ist es wichtig, das Zahnen nicht zu dramatisieren!

Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt der Kleinen. Ruhe und Zuversicht der Eltern sind dabei die besten Beruhigungsmittel, denn diese Gefühle übertragen sich auch auf das Baby.